What Is It Like to Be a Bat?
Eröffnung: 16/03, 19 Uhr
17/03—04/06

Ist Objektivität möglich, oder ist unsere persönliche Perspektive unausweichlich? Die Ausstellung What is it Like to be a Bat? bringt Werke von vier Künstler:innen(kollektive) zusammen, die sich damit befassen, wie Realität produziert wird, und dabei unseren Blick auf Dinge in Welt und Wissenschaft lenken, die wir nicht wissen und fassen (können). Ihre Mittel sind Kunst, Design und Forschung. Nicht wissenschaftliche Fakten stehen im Fokus, sondern unsere Emotionen darin.

Mit Arbeiten von Metahaven (Vinca Kruk & Daniel van der Velden, leben und arbeiten in Amsterdam), Zheng Mahler (Daisy Bisenieks & Royce Ng, leben und arbeiten in Lantau, Hongkong), u.w.

 

Olga Fröbe-Kapteyn
Anderes Wissen

Eröffnung: 29/06, 19 Uhr
30/06—17/09

Wir leben in einer Zeit, in der sich viele Weichen neu stellen. In diesem Zuge gelangen in der Kunst Positionen an die Oberfläche, die aufgrund ihrer sozio-kulturellen Kontexts, ihres Geschlechts oder ihrer Ethnie ausgegrenzt wurden. Als Außenseiter*innenkunst, Kunsthandwerk, rituelle Artefakte oder Forschungspraxis fanden sie keinen Platz im allgemeinen Kunstdiskurs. 

Olga Fröbe-Kapteyn (geb. 1881, London, Großbritannien; gest. 1962, Ascona, Schweiz) ist eine solche Position. Ihr Leben als Frau, Forscherin, Spiritualistin und Künstlerin ist faszinierend. Ihr bildnerisches Werk, die geometrisch-kraftvollen „Meditationstafeln“ und die später auf Papier festgehaltenen malerischen Visionen, sind Teil ihrer umfassenden Praxis und sind, wie auch die Gründung der internationalen Eranos-Konferenzen in Ascona, Ausdruck von Fröbe-Kapteyns Streben, esoterisches, humanistisches und wissenschaftliches Wissen zu vereinen.    

Die Ausstellung in der Kunsthalle Mainz zeigt Olga Fröbe-Kapteyns Wirken aus der Perspektive der Gegenwart. Zeitgenössische Kunstschaffende präsentieren an ihrer Seite neueste Arbeiten und schlagen eine Brücke ins Heute. Sie zeigen, wie sich anhand Fröbe-Kapteyns Fragestellungen alternative Modelle der Wissensproduktion erkunden lassen, und zwar über die Grenzen von Kulturen und Disziplinen hinweg.

 

Sammy Baloji
Kasala: The Slaughterhouse of Dreams or the First Human, Bende's Error in Boycotting the Creation

Eröffnung: 12/10, 19 Uhr
13/10/23—21/01/24

Seit 2005 beschäftigt sich Sammy Baloji (*1978 in Lubumbashi, lebt und arbeitet in Brüssel) mit der Erinnerung und Geschichte der Demokratischen Republik Kongo, die in engem Bezug zu Vergangenheit und Gegenwart Belgiens steht. Seine Arbeit ist eine fortlaufende Untersuchung des kulturellen, architektonischen und industriellen Erbes der Region Katanga und hinterfragt die Auswirkungen der belgischen Kolonisierung. Seine Videoarbeiten, Installationen und Fotoserien zeigen, wie Identitäten geformt, verändert, pervertiert und neu erfunden werden.

Das Ausstellungsprojekt in der Kunsthalle Mainz ist zugleich Ergebnis und Fortsetzung einer Reihe von Arbeiten, die aus Sammy Balojis kontinuierlicher Forschung zu Wahrsagerei, Erinnerung und mündliche Überlieferung innerhalb der Luba-Gemeinschaften, einem Überbegriff für unterschiedliche Bevölkerungsgruppen, die Sprachen und kulturelle Merkmale teilen, hervorgegangen sind.