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Ohne Titel, 2011
© Eva Weingärtner
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The only thing that’s real (Videostills), 2010
© Eva Weingärtner
Foto/s: Norbert Miguletz -
The only thing that’s real (Videostills), 2010
© Eva Weingärtner
Foto/s: Norbert Miguletz -
The only thing that’s real (Videostills), 2010
© Eva Weingärtner
Foto/s: Norbert Miguletz -
2me (Videostill), 2010
© Eva Weingärtner und Bischoff Projects
Eva Weingärtner
we are one
3.2.–22.4.12
Eva Weingärtner (*1978, lebt in Frankfurt / Main) tritt in ihren bisherigen Videofilmen bzw. Videoperformances ausnahmslos selbst als Akteurin auf. Es sind kammerspielartige Aufführungen, in denen die Künstlerin in verschiedene Rollen schlüpft oder sich ein Alter Ego schafft, wie in dem Video „2me“, in dem sie ihr eigenes Spiegelbild küsst, liebkost oder mit ihm ins Sehnen gerät. In einem anderen Video wird der Betrachter Zeuge eines Dialogs, in dem die Beteiligten (beide von Weingärtner gespielt) um die Möglichkeit oder Unmöglichkeit von (richtiger) Liebe ringen. Das Individuum, insbesondere das weibliche, kreative Individuum muss hierbei sein Verhältnis zur unmittelbaren Umgebung, aber auch zur Gesellschaft ausloten, einen Standpunkt finden und bisweilen aufgeben. Immer wieder wird die Problematik von Fremd- und Eigenwahrnehmung gestreift sowie existenziell bedeutsame oder tragikomische Verhaltensweisen, die sich daraus ergeben können, insbesondere wenn es um das Zeigen oder Verbergen von Stärke und Schwäche geht. Der Betrachter wird mit intimen zwischenmenschlichen Szenen konfrontiert, in denen das Misslingen von Vertrauen, Kommunikation und Anerkennung wiederkehrend auftaucht. Er ist in der Rolle des Beobachters, der zwangsläufig zum Voyeur des Geschehens wird, ohne der Schaulust frönen zu können. Höchst intime Momente, die Gedanken an alltägliche Begebenheiten hervorrufen, transformiert die Künstlerin mit Mitteln des darstellerischen Spiels in äußerst präzise Artefakte, die die Ebene des Persönlichen verlassen und die Protagonistin zur Mittlerin von unausweichlichen Fragestellungen macht, in die das gesellschaftlich-kommunikative Individuum verstrickt und in denen es meistens sogar gefangen ist. Das intensive Spiel der Künstlerin macht alle Arbeiten zu starken Erlebnissen, die das Potenzial haben zu verstören.
Ausgehend von der Arbeit an den Videofilmen entstanden in jüngster Zeit Texte, die in der Ausstellung „we are one“ erstmals als eigenständige hörbare Textarbeiten und in installativer Form gezeigt werden.